Die
Weihnachtstraditionen in unserer Familie
Die Schilderung von Lucie Krchòavá
Der Inhalt
30.11. Der Advent
4.12. Der Barbaratag
5.12. Der Vorabend vom Heiligen Nikolaus
24.12. Der Heilige Abend
30.11. Der Advent
Der Advent beginnt am Tag des Heiligen Andreas. Er (aus Lateinischem
advenire, das heißt Ankunft) ist die Vorbereitungszeit auf die Geburt von
Messias. Der Symbol für diese Zeit ist der Adventskranz. Er besteht aus vier
Kerzen, die das Tageslicht darstellen. Jeden Sonntag brennt man eine Kerze mehr
an. Das Tageslicht wächst so auf.
Bei uns kann der Adventskranz nicht fehlen. Er besteht aus dem Ring vom
grünen Zweigen, die mit roten Bändern, mit getrockneten Scheiben Apfelsinen und
mit Stückchen Zimt geschmückt sind. Am wichtigsten sind natürlich vier rote
Kerzen. Ganze Familie freuet sich auf den Heiligen Abend, wenn alle Kerzen
gleichzeitig auflodern.
Für die Adventszeit ist typisch:
Die Wohnung sauber machen – Staub saugen, die Teppiche reinigen, Staub wischen und alles Mögliche waschen (Porzelan und Glas in den Schränken)
Die Weihnachtsausschmückung in unserer Wohnung – Man baut die
Weihnachtskrippe auf den dominierenden Platz. Unsere Familie hat zwei
Weihnachtskrippen. Die eine ist vom Papier und die andere ist aus keramischen
Figuren. An die Fenster kleben wir verschiedene Weihnachstmotive, am häufigsten
die Engelchen.
Das Weihnachtsgebäck – Jahr für Jahr kommt diese Tradition herunter. Man
hat zu wenig Zeit und hat Angst vor dem Dickwerden. Unser
Weihnachtsgebäcksortiment ist begrenzt. Wir backen nur Lebkuchen und
Kokoshörnchen. Unsere Großmutter ist schon Rentnerin, hat viel Zeit für Backen
und schenkt uns ihr Weihnachtsgebäck.
Der Weihnachtseinkauf der Geschenke – Jeder aus unserer Familie kauft die
Geschenke nach seinen Finanzmöglichkeiten, meistens kauft er das, was er denkt,
dass der Betreffende braucht.
4.12. Der Barbaratag
Diese Tradition ist bekannt wie „Barbelkräuter“. An diesem Tag bringt mein
Vater irgendwohin abgeschnittene Kirsch- und andere Blütenzweige. Zu Hause
stellt man die Zweige in die Vase und schmückt sie mit Papier- oder
Stoffschmucken. Die Zweige würden zum Heiligen Abend aufblühen und es bedeutet,
dass ich und meine Schwester im nächsten Jahr heiraten.
5.12. Der Vorabend vom Heiligen Nikolaus
Unsere Eltern hielten diese Tradition früher ein, als ich und meine
Schwester klein waren. Immer wenn wir ganzes Jahr brav waren, bekamen wir
Geschenke vom Nikolaus – meistens Obst und Süßigkeiten. Wenn wir ganzes Jahr
böse waren, schreckte uns der Teufel und
wir bekamen Geschenke vom Teufel – Kartoffeln und Kohle. Ich und meine
Schwester mussten versprechen, dass wir im nächsten Jahr besser werden.
Meine Schwester und ihre Freundinnen halten diese Tradition ein. Sie
schrecken und beschenken kleine Kinder. Ich mag diese Tradition überhaupt
nicht. Ich bleibe am liebsten zu Hause und beobachte die Gruppen der
verkleideten Kinder oder Erwachsenen aus dem Balkon.
24.12. Der Heilige Abend
An diesem Tag erhält unsere Familie die meisten Bräuche. In der Nacht zum 24.12.
legt unser Vater an zu unseren Betten eine Walnuss hin. Die Walnuss treibt die
bösen Geister und Krankheiten weg. Am Morgen müssen wir die Walnuss aufessen,
weil er große Kraft enthält.
Am Heiligen Abend ist der Brauch - man muss den ganzen Tag fasten. Wir
dürfen kein Fleisch (nur Fisch) ganzen Tag essen. Zum Mitagessen kocht man sehr
oft Linsen, damit es soll viel Geld im nächsten Jahr bringen.
Am Vormittag schmücken ich und meine Schwester den Weihnachtsbaum. Unsere
Familie bevorzugt den lebendigen Baum, weil er schön duftet und am Ende des
Weihnachtens unser Vater den Baum zerschneidet. Wir brennen ihn im Ofen in
unserem Wochenendhaus. So erinnern wir uns an den Duft des Weihnachtens noch
einmal. Wir haben eine Kiefer. Das ist die besste Variante, weil die Nadeln in der
Wärme nicht mehr abfallen. Mir gefallen nicht die Glasschmucke, aber meine
Schwester mag sie. Nach einem kleinen Streit müssen wir einen Kompromiss
schließen.
An die Spitze des Baumes befestigt man den Bethlemsstern. Zuerst muss man
auch die bunten Glühlämpchen auf den Weihnachtsbaum festmachen. Wir schmücken
den ganzen Baum mit den Stoff-, Papier- und Holzschmucken und meine Schwester
hängt auch ein paar Glasschmucke. Vom Bethlemsstern lassen wir bunte
Papierketten herunter.
An den Tisch setzen wir uns um sechs Uhr abends. (Laut der Tradition würde man sich an den Tisch mit dem ersten Stern am Himmel setzen.) Der Tisch muss mit einem Weihnachtstischtuch bedeckt sein. Man bindet mit einem Band oder mit einem Strick um die Tischbeine, damit uns die Diebe nicht im nächsten Jahr bestehlen. Auf den Tisch bereiten wir uns alles vor, was wir brauchen, um nicht vom Abendessen aufstehen zu müssen. Es gilt der Aberglaube, wenn jemand vom Tisch vorzeitig aufsteht, er binnen eines Jahres stirbt. Unter jeden Teller legt man eine Schuppe des Fisches und eine Münze, damit wir im nächsten Jahr viel Geld haben. In der Vergangenheit war der Brauch auf den Tisch die gerade Anzahl der Teller zu legen. Die ungerade Anzahl brachte Unglück. Wir haben Glück, unsere Familie hat vier Mitglieder. Man stellt eine brennende Kerze (wegen guter Laune) und eine Weihnachtsstern (das ist eine rot-grüne Pflanze) in die Mitte des Tisches. Auf dem Tisch müssen Gebäck, Obst, Nüsse, Äpfel und eine Schüssel mit Wasser, in die wir Schiffleine aus Nussschale legen, nicht fehlen.
Vor dem Abendessen trägt mein
Vater die festliche Ansprache vor dann beginnen wir zu essen. Wir essen
traditionell Fischsuppe, gebratenen Karpfen und Kartoffelsalat.
Nach dem Abendessen lassen wir unsere Schiffleine fahren (in die Schale von
der Walnuss befestigen wir eine Kerze). Wir erfahren laut ihrer Schifffahrt
oder laut ihrem langen/kurzen Kerzenlicht das, wer von uns im nächsten Jahr
reisen wird oder wer lang und zufrieden leben. Dann knacken wir ein paar Nüsse
auf und wir veranschlagen laut ihren Nusskernen, ob wir im nächsten Jahr gesund
oder krank sein werden. Die gleiche Information sagt uns der zerschnittene
Apfel. Wenn ein Stern sich zeigt, bedeutet es, dass wir gesund bleiben. Es wird
schlecht, wenn ein Kreuzchen sich zeigt, damit können eine Krankeheit oder
einen Tod erwarten.
Der letzte Brauch ist Werfen mit dem Hausschuh. Den Hausschuh werfen wir
hinter den Kopf. Wenn die Spitze zur Tür führt, verlassen ich und meine
Schwester unsere Wohnung im nächsten Jahr oder heiraten. Wenn die Spitze nach
innen führt, bleiben wir noch ein Jahr zu Hause.
Endlich gehen wir zum Weihnachtsbaum. Wir hören Weihnachtslieder und
beginnen die Geschenke von Christkind
zuverteilen. Ich und meine Schwester freuen uns über Geschenke.
Zu unserer Gewohnheit gehört der Marsch auf den Pernštýnplatz, wo wir uns
die Böhmische Weihnachtsmesse von Jan Jakub Ryba im Frost anhören.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.